access_time veröffentlicht 10.08.2020

Klotho und ApoE4 und Alzheimer Erkrankung

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Kurz und bündig

Klotho und ApoE4 und Alzheimer Erkrankung

10.08.2020

Heterozygotie des ApoE4 erhöht das Risiko an Alzheimer zu erkranken um einen Faktor 3, eine Homozygotie des ApoE4 um einen Faktor 12. Klotho ist ein im Wesentlichen aus den Nieren stammendes, zirkulierendes Hormon. Neben seinen Funktionen im Mineralstoffwechsel ist es assoziiert mit Langlebigkeit. Sein Fehlen führt – in Mäusen – zu einem typischen Altersphänotyp (Demenz, Lungenemphysem, verminderte Knochenmasse, vorzeitige Arteriosklerose, abgekürzte Lebenserwartung u.a.m).

Die Tatsache, dass nicht alle Träger des Alzheimer-Risikogens ApoE4 auch an Alzheimer erkranken, erhebt die Frage nach modulierenden Faktoren. Ein wichtiger Faktor ist nun gefunden: Eine genetische Variante von Klotho (Klotho-VS) führt zu erhöhter Klotho-Sekretion aus renal-tubulären Zellen und somit zu erhöhten zirkulierenden Klotho-Konzentrationen. Das Risiko von Patienten mit ApoE4-Positivität einen Morbus Alzheimer zu erleiden, wird durch die gleichzeitige Präsenz dieser Klotho-Variante (mit erhöhten systemischen Klotho-Konzentrationen) deutlich vermindert (20 000 Individuen, 60-jährige Beobachtung in Kohorten). Klotho liegt als humanes rekombinantes Hormon vor. Seine Applikation in dieser Risikogruppe von späteren Alzheimerpatienten scheint sehr lohnend. Ähnliches gilt für die progrediente Niereninsuffizienz und ihre systemischen Folgen, die man als auch Klotho-Mangelkrankheit ansehen kann oder kurz und bündig sollte.

 

Belloy ME, Napolioni V, Han SS, et al. Association of Klotho-VS Heterozygosity With Risk of Alzheimer Disease in Individuals Who Carry APOE4. JAMA Neurol. 2020 Apr 13;77(7):849-862. Online ahead of print.

© Ilia Burdun | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

Bloggen Sie mit!

Wollen Sie auch einen Blogbeitrag publizieren? Dann schreiben Sie uns!

Mail an Redaktion

Verpassen Sie keinen Artikel!

close