access_time veröffentlicht 18.04.2020

Der Wert liberalerer Teststrategien

Prof. Dr. med. Reto Krapf

COVID-19 Kurz und bündig

Der Wert liberalerer Teststrategien

18.04.2020

In Island wurden bislang 6% der Population von Ende Februar bis zum 4. April getestet. Während bei symptomatischen Fällen (Fieber, Husten) in gut 13% die Dia­gnose COVID-19 gestellt wurde, war die Häufigkeit in einer Allgemeinpopulation deutlich unter 1% und blieb über die Zeit (dank den getroffenen Massnahmen wohl) stabil. Kinder unter zehn Jahren hatten sowohl bei Symptomen als auch beim generellem Screening (inkl. also asymptomatische Personen) eine deutlich tiefere Wahrscheinlichkeit eines positiven Virusnachweises. Ebenfalls sind auch in dieser Studie die Männer gegenüber den Frauen in Bezug auf Covid-19 übervertreten (knapp 17 versus 11%). In einer Subgruppe wurden die Viren genetisch sequenziert. Diese zeigten Unterschiede in den sogenannten Haplotypen der «importierten» Viren (nach Auslandsaufenthalt) und als Folge von Mutationen im Verlauf der isländischen Epidemie. Inwiefern sich die mutierten SARS-CoV-2 biologisch verändern (pathogener? weniger infektiös?), bleibt abzuklären und könnte in verschiedenen Populationen oder Regionen unterschiedlich sein.

Gudbjartsson DF, Helgason A, Jonsson H, Magnusson OT, Melsted P, Norddahl GL et al. Spread of SARS-CoV-2 in the Icelandic population. N Engl J Med. 2020 Apr 14 [Epub ahead of print].

Foto: © Pierre Jean Durieu | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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