access_time veröffentlicht 11.05.2020

Interleukin-1-Antagonismus gegen SIRS* bei SARS**, sozusagen

Prof. Dr. med. Reto Krapf

COVID-19 Kurz und bündig

Interleukin-1-Antagonismus gegen SIRS* bei SARS**, sozusagen

11.05.2020

Einige Patient(inn)en mit schwerer Covid-19-Erkrankung entwickeln ein Makrophagenaktivierungssyndrom oder gar ein sogenanntes Hämophagozytose-Syndrom. Bei beiden spielt der Interleukin-1-Weg eine wichtige Rolle. Diese Beobachtungen bilden die Basis für die therapeutische Evaluation eines Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten (Anakinra: angewendet aus­serhalb genereller Zulassung u.a. zur Behandlung von Rheumatoider Arthritis).

In einer italienischen Pilotstudie überlebten nicht intubierte Patient(inn)en mit schwerer COVID-19-Erkrankung und ausgeprägter systemischer Entzündung (CRP >100 mg/dl, Ferritin >900 ng/ml) nach 21 Tagen in 90% der Fälle, ohne Anakinra in 56% der Fälle. Eine Reihe sekundärer Endpunkte sprach auch für die Anwendung von Anakinra. Zur Erreichung dieses Resultates war eine hohe Anakinra-Dosis (2x 5 mg/kg Körpergewicht pro Tag) nötig. Die Patient(inn)en standen unter einer von den Autoren als «Standard» bezeichneten Therapie mit Hydroxychloroquin, Lopinavir und Ritonavir.

* «systemic inflammatory response syndrome»

** «severe acute respiratory syndrome»

 

Cavalli G, De Luca G, Campochiaro C, et al. Interleukin-1 blockade with high-dose anakinra in patients with COVID-19, acute respiratory distress syndrome, and hyperinflammation: a retrospective cohort study. Lancet Rheumatol. 2020 May 07.

© Koonsiri Boonnak | Dreamstime.com

Prof. Dr. med. Reto Krapf

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